Vorläufer
der Tempo Schallplatte war die 1931 in Berlin-Wilmersdorf
gegründete "Brillant AG". Ihr Gründer war
Otto Stahmann, der die Firma als "Schallplattenindustrie
Otto Stahmann"-Brillant-AG' führte. Schwerpunkt
war die Produktion eines populären Repertoires zu billigem
Preis, bestimmt für Warenhäuser und sogenannte Einheitspreisgeschäfte.
Nachdem zu Beginn der 30er Jahre sukzessive andere Billigmarken
wie Derby, Hertie und Woolco vom Markt verschwanden, war die
Firma Brillant quasi Monopolist im Billigsektor, mit einem Preis
von RM 1,- bzw. RM 1,25 pro Platte. Andere Hauptmarken wie Electrola
oder Odeon kosteten im Schnitt RM 2,50 pro Platte. Auch für
die günstigere Telefunkenplatte mussten immerhin noch RM
2,-- gezahlt werden. Die Platten wurden mit den Etiketten Brillant,
Brillant-Special, Record und Grohag (= Großhandelsgesellschaft)
verkauft.Der Plattenverkauf entwickelte sich sehr positiv und so entschloss sich Otto Stahmann 1936 oder 1937 ein größeres Presswerk in Postdam-Babelsberg zu bauen. Mitte 1937 wurde der Markenwechsel von "Brillant-Special" zu "Tempo" vollzogen. Gleichzeitig fand die Umbenennung der Firma in "Tempo Schallplatten GmbH Otto Stahmann" statt. Obwohl diese Schallplatten in keinem regulären Plattengeschäft erhältlich waren, wird ihr Anteil am Umsatz der deutschen Schallplattenindustrie für die Zeit von 1936 bis 1939 auf ca. 15% geschätzt. Das Repertoire bestand fast ausschließlich aus Eigenaufnahmen. Zuerst zeigte die Tempo-Platte, als Fortsetzung der Brillant-Special Serie, ein rotbraunes Etikett (bis zur Nummer 799 /1941). Ab 1940 wurde dann die 5000-er Tempo-Serie produziert. Zuerst mit blauem, dann nur noch mit dem bekannten lila Label. Diese Serie lief ca. bis zum Spätsommer 1943 Während des Krieges war Tempo' eine der beliebtesten Plattenmarken. Für relativ wenig Geld gab es gute Aufnahmen der Orchester von Horst Winter, Kurt Widmann, Bernhard Ette, Juan Llossas sowie einiger kleiner Formationen. weiter |
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