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12.2006: Die Werbung von Reingruber
zeigt 8 Dosen gleichen Formates (Größe, Abrundungen).
In der Praxis gibt es aber verschiedene Formate. Ob es alles
Nadeldosen sind, ist mittlerweile strittig bzw. die Verwendung
des Motivs auch für andere Produkte nachgewiesen (siehe
No. 6)
Eine Marketing-Strategie setzte auf
besonders aufwendige Verpackungen, für die das Publikum
einen höheren Preis zu zahlen bereit war. Der Klassiker
in dieser Hinsicht, und bis auf den heutigen Tag die begehrenswerteste
Sammler-Rarität, sind die Luxuspackungen der Schwabacher
Nadelfabrik Fr. Reingruber aus Anlass der Zeppelin-Dauerfahrt
von 1908. Es gab nicht nur eine Querformat-Papiertüte mit
dem fliegenden Zeppelin-Luftschiff vor einer Alpenkulisse, sondern
auch einen stabilen Pappkarton mit dem Konterfei des Grafen und
dem Zeppelin im Flug über dem Bodensee vor der Silhouette
von Friedrichshafen. Der Karton wiederum enthielt nicht weniger
als acht verschiedene, jeweils aufwendig im Vierfarbendruck hergestellten
Szenen dieses denkwürdigen Ereignisses, nämlich |
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Serie 1: "Zeppelin
IV verlässt die Halle zum Aufstieg, 4.August 1908"

oben: verkauft 2006 für 302 Euro |
Serie 2: "Zeppelin
IV über dem Bodensee, 4.August 1908" |
Serie 3: "Zeppelin
IV über den Rheinfällen bei Schaffhausen" |
Serie 4: "Zeppelin
IV über Basel, 4.August 1908". Bild von Jürgen
Höver (dundjhoever@t-online. de) |
Serie 5: "Zeppelin
IV über Strassburg, 4.August 1908", verkauft 2005 für
101 Euro. Auf der Rückseite des Deckels steht Union-Werke,
G.m.b.H. Radebeul Dresden, der im Internet heute als Hersteller
historischer Emaill-Schilder besonders für Brauereien zu
finden ist. Die Firma hat 1937 noch existiert. |
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 Serie 6: "Zeppelin IV über Mainz,
5.August 1908"
links: verkauft 2006 für 254 Euro |
Serie 7: "Zeppelin IV über Stuttgart,
5. August 1908", verkauft 2007 für 157 Euro |
Serie 8:
"Zeppelin IV bei Echterdingen vor der Katastrophe, 5.8.1908" |
Obgleich die Serie erst zum Jahresende
auf den Markt kam (Reingruber schaltete eine ganzseitige Anzeige
in der Phonographischen Zeitschrift -ein enormer Aufwand für
Grammophon-Nadeln, der bis dato ohne Beispiel war), ist der dramatische
Abschluss der Rekordfahrt nicht dargestellt: Wie bekannt, ging
das Luftschiff in Flammen auf. Das deutsche Volk brachte daraufhin
innerhalb weniger Tage durch eine Nationalspende 6 Millionen
Mark auf, der Grundstock für die 1908 gegründete Luftschiffbau
Zeppelin GmbH Friedrichshafen. Als Reaktion hierauf nahm Ferdinand
von Zeppelin schon am 24. August 1908 zum Dank seine unter Schallplattensammlern
ebenfalls besonders begehrte "Ansprache an das deutsche
Volk auf". Quelle: Fox auf 78; Heft 19, Von Nadeln und Dosen
Folge 21: Meisterjodler und Luftschiffer - das Jahr 1908
Offenbar wurden die "Restbestände"
der Dosen noch für so manch anderen Bedarfsartikel verwendet...
"Soeben erhalten wir Ihr geehrtes Schreiben vom 21. d.M.
in welchem Sie von ganz irrigen Voraussetzungen ausgehen. Vor
ungefähr 3/4 Jahren wurden uns von dem Vertreter einer Blech-Emballagen-Fabrik
ein kleiner Posten Blechdosen mit acht verschiedenen Abbildungen
des Zeppelin'schen Luftschiffes, die von einer Lieferung für
eine Fabrik von Grammophon-Nadeln übrig geblieben waren,
angeboten und wurden dieselben von uns, da wiederholt Präservatifs
in Packungen zu 3 Stück gewünscht werden, für
diesen Zweck verwendet. Diese Aufmachung fand wieder Erwarten
grossen Anklang und verpackten wir schließlich
immer 12 Dosen in einen Karton, der die Aufschrift "Marke
Z. Diskret" trägt und unsere Firma.
Jedes Kind muß einen Namen haben und wie wir unseren anderen
Artikeln Nummern oder Buchstaben geben, so wählten wir hierfür
den Buchstaben Z. Die Geschmacklosigkeit und Taktlosigkeit, für
erwähnten Artikel den Namen Sr. Ez. des Herrn Grafen von
Zeppelin zu verwenden, sollten Sie uns wirklich nicht zutrauen."
Aus einem Schreiben der Firma Vier & Co, Dresden A.16 an
Graf Zeppelin vom 22. Oktober 1909:
Mein Dank für diesen Hinweis an M.-A. Trappe |
Zur Geschichte der letzten Reise von
Zeppelin LZ 4
Am 4.August 1908 startete das Luftschiff LZ 4 gegen 6:30 Uhr
in Friedrichshafen und hatte Mainz zum Ziel. Auf dieser Fahrt
musste der Zeppelin bereits am Nachmittag wegen eines Motorschadens
notlanden. Nach der Reparatur startete das Luftschiff am Abend
wieder, um wenige Zeit später erneut wegen Motorproblemen
bei Echterdingen zwischenzulanden. Tags darauf, am 5.August 1908,
verunglückte hier das vierte Luftschiff des legendären
Ferdinand Graf von Zeppelin (1838-1917). Ein aufkommender Sturm
soll das Schiff aus seiner Verankerung geworfen und gegen einen
Obstbaum getrieben haben. Darauf hin fing das Luftschiff Feuer
und innerhalb kürzester Zeit blieben von der stolzen Konstruktion
nur noch rauchende Trümmer übrig.
Das spektakuläre Ende von LZ 4 war ein publizistisches Großereignis,
das die Schlagzeilen der Presse beherrschte und in unzähligen
Berichten und Kommentaren seinen Niederschlag fand. Kein zweites
Thema hat die Öffentlichkeit im deutschen Kaiserreich 1908
so sehr bewegt und beschäftigt wie dieses.
Des Grafen Traum vom Fliegen schien ausgeträumt. Doch die
Katastrophe wurde zum Glücksfall für die Luftschifffahrt:
In Echterdingen, das durch das Unglück in aller Welt bekannt
wurde, nahm die große Spendenaktion des deutschen Volkes,
die binnen weniger Monate über 6 Millionen Mark erbrachte,
ihren Anfang.
Aus der "Katastrophe von Echterdingen" wurde das "Wunder
von Echterdingen". Echterdingen wurde so zu einem Markstein
in der Geschichte der Luftschifffahrt. In einem an die Gemeinde
gerichteten Dankschreiben hat Graf Zeppelin dies selbst auf den
Punkt gebracht und den 5. August 1908 als "die Geburtsstunde
der nationalen Luftschifffahrt in Deutschland" bezeichnet.
Friedrichshafen wurde zum High-Tech-Standort: "Eine Volksspende
...half eine Zukunftsindustrie aus dem Boden zu stampfen, ein
einmaliges Beispiel in der deutschen Industriegeschichte."
Quelle: ebay-Auktion, mehr hier |
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mein Dank für die folgende farbige Anzeige geht an Herrn
M.-A. Trappe  |