Firma Traumüller & Raum, Schwabach: Schwabach liegt in der Nähe
von Nürnberg und dort war um 1900 ein regionales Zentrum
der Industrie zur Herstellung von Stahlstiften und Nadeln. Der
Ort war Sitz der "Nürnberg-Schwabacher Nadelfabrik
GmbH". Diese verfügte bereits über das Markenzeichen
"Herold" (Das weltbekannte Markenzeichen des Fähnchen
schwingenden Nürnberger Pferdeboten wurde 1903 erstmals
in die Pressewerbung eingeführt). Im Januar 1903 annoncierte
erstmalig die Firma S. Traumüller aus Schwabach, die ab
1905 als Traumüller & Raum fusionierte. Traumüller
bezeichnete sich schon 1903 als "Spezialfabrik für
Grammophon-Nadeln" und behauptete, "jede Nadel kann
4-8 mal benützt werden". Im Juni 1907 wurde das Gänsemännchen
als Warenzeichen eingetragen, später im Jahr wurde auch
die Culinan-Nadel auf den Markt gebracht, die im Gegensatz zum
Gänsemännchen kein Erfolg war und deren Dose heute
extrem selten ist. Der Newcomer Traumüller setzte seit 1908
den bereits etablierten Marken "Herold"
und "Ritter" ein eigenes, ebenfalls etwas martialisches
Markenzeichen "Marschall" entgegen. Traumüller
& Raum waren fortan über ein halbes Jahrhundert einer
der Branchenführer. ...Mit dem Wechsel von Schellackplatten zu Langspielplatten, und mit dem Wechsel von Stahlnadeln zu Diamanten-Pickups, sank die Nachfrage gegen Null und die Produktion wurde bald darauf eingestellt. Quelle und "von Nadeln und Dosen von Rainer E. Lotz, Fox auf 78 Heft Folge 18" |
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Vor dem ersten Weltkrieg
wurde der russische Markt ausschließlich durch Grammophon-Nadel-lmporte aus dem Ausland versorgt. Deutsche Produzenten waren marktbeherrschend, aber es soll auch Ware aus Großbritannien und den USA gegeben haben. Die meisten Schallplattenfirmen boten Nadeln unter eigenem Namen an. ....In den Zehner-Jahren dieses Jahrhunderts verschärfte sich die Konkurrenz und die großen Nadelproduzenten reagierten durch immer schönere Blechverpackungen, um Kunden anzulocken. In der ukrainischen Stadt Elisavetgrad war der Sitz der Firma Excelsior, welche die besonders attraktiven Dosen der Löwen-Nadeln mit dem Wahlspruch "Honni soit qui mal y pense" führte (siehe Abbildung). Diese Dosen wurden vermutlich durch die Nadelfabrik Traumüller & Raum aus der Nadelhochburg Schwabach bei Nürnberg geliefert. Die Firma bemühte sich so intensiv um den russischen Markt, dass sie als Marktführer angesehen werden kann. 1913 ließ sich die Firma Dosen mit den Portraits prominenter zaristischer Opern-Sänger und -Sängerinnen schützen (F.J. SZALJAPIN und NADESCHA WASILJEWA PLEWISCHKA, siehe Abbildungen), ein Jahr später meldete die gleiche Firma Dosen mit dem Konterfei des Dichters MAXIM GORKI als Bildzeichen an (siehe Abbildung). Durch den Ausbruch des zweiten Weltkrieges konnten nicht alle Bestände ausgeliefert werden und so sind bei viel Glück diese Dosen mit kyrillischer Beschriftung auch bei uns In Deutschland zu finden. (Quelle Von Nadeln und Dosen Folge 13 Fox auf 78, Heft 11) |